
HemoCue HbA1c 501
HbA1c-Einzelparameter-Gerät für die patientennahe Diabetesverlaufskontrolle
Das HemoCue HbA1c 501 ist ein vollautomatisiertes Point-of-Care-System des Herstellers HemoCue zur quantitativen Bestimmung von HbA1c aus Vollblut. Die Messung basiert auf einem Boronat-Affinitäts-Assay, der glykiertes von nicht glykiertem Hämoglobin trennt und innerhalb von rund 5 Minuten ein IFCC- bzw. NGSP-rückführbares Ergebnis liefert. Eingesetzt wird das Gerät vor allem in diabetologischen und hausärztlichen Praxen sowie Kliniken zur Verlaufskontrolle der glykämischen Einstellung. In unabhängigen Laborvergleichen mit der HPLC-Referenzmethode zeigt das HemoCue HbA1c 501 überwiegend eine gute Übereinstimmung. Der HemoCue HbA1c 501 gehört zur Kategorie: Einzelparameter-Geräte.
Produktbeschreibung
Funktionsweise
Der Boronat-Affinitäts-Assay des HemoCue HbA1c 501 nutzt die spezifische Bindung von Boronsäure an die cis-Diol-Gruppen des glykierten Hämoglobins, wodurch glykiertes und nicht glykiertes Hämoglobin quantitativ getrennt werden. Für die Analyse werden lediglich 4 µL kapilläres oder venöses Vollblut benötigt; eine gesonderte Probenvorbereitung entfällt. Das System arbeitet mit werksseitig kalibrierten Einzelkartuschen und einem integrierten Selbsttest, der die Messqualität bei jedem Testlauf prüft. Ergänzend kann eine externe Flüssigkontrolle zur Systemvalidierung eingesetzt werden. Da mit Unit-Use-Reagenzien gearbeitet wird, entfällt die reguläre Ringversuchspflicht, auch wenn interne Qualitätskontrollen weiterhin empfohlen sind. Das Ergebnis liegt nach etwa 5 Minuten in mmol/mol (IFCC) oder % (NGSP) vor.
Anwendungsbereiche
Das HemoCue HbA1c 501 kommt überwiegend in der Verlaufskontrolle bei bereits diagnostiziertem Diabetes mellitus zum Einsatz, etwa zur Beurteilung der glykämischen Einstellung im Rahmen regelmäßiger Kontrolltermine. Diabetologische Schwerpunktpraxen, hausärztliche und internistische Einrichtungen sowie Kliniken nutzen das System, um Therapieentscheidungen unmittelbar im Patientengespräch zu treffen, ohne auf ein externes Laborergebnis warten zu müssen. In Studien wurde das Gerät außerdem in epidemiologischen Erhebungen unter eingeschränkten Infrastrukturbedingungen sowie in der postmortalen Diagnostik zur retrospektiven Bestätigung eines Diabetes mellitus eingesetzt. Für die alleinige diagnostische Erstdiagnose ist die jeweils gültige Leitlinie zu beachten; das Gerät ist primär auf die Verlaufskontrolle ausgelegt.
Vorteile
- Vollautomatisiertes System mit werksseitiger Kalibrierung, keine manuelle Nachkalibrierung erforderlich
- Geringes Probenvolumen von 4 µL, kapillär oder venös verwendbar
- Einzeln verpackte, bei Raumtemperatur lagerbare Testkartuschen
- Integrierter Selbsttest bei jedem Testlauf
- Ergebnis nach rund 5 Minuten
- Schnittstellen für Drucker und Barcode-Scanner
- Kompakte Bauform (1,6 kg)
- Unit-Use-Reagenzien
Wie gut ist das HemoCue HbA1c 501? Performance auf einen Blick
Mehrere unabhängige Studien aus Indien und Indonesien haben das HemoCue HbA1c 501 direkt mit der Labor-Referenzmethode HPLC verglichen. Dabei zeigte sich überwiegend eine gute Übereinstimmung: Die gemessenen HbA1c-Werte lagen in den meisten Fällen nah an den Laborergebnissen, bei hoher Sensitivität und in der Regel guter Spezifität. Eine Studie aus Indonesien fand allerdings eine niedrigere Spezifität von rund 77 %. Anders fällt das Bild aus, wenn das Gerät nach strengeren internationalen Zertifizierungskriterien (IFCC/NGSP) bewertet wird: Hier reihen sich mehrere unabhängige Vergleichsstudien ein, die das System im Mittelfeld der getesteten Geräte einordnen und insbesondere bei hohen HbA1c-Werten zu vorsichtiger Interpretation raten. Als Einflussfaktor ist zudem bekannt, dass bestimmte Hämoglobinvarianten wie die Sichelzell-Eigenschaft den gemessenen HbA1c-Wert verfälschen können.
➜ Alle Studien mit Quellen finden Sie weiter unten im Abschnitt „Studien & Produktdokumente".
Parameterübersicht
Es ist möglich, dass bestimmte berechnete Parameter nicht angegeben sind.




